Über den Mut, eine Entscheidung zu treffen

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Über den Mut, eine Entscheidung zu treffen

Mir gegenüber befinden sich die Büros meines alten Arbeitgebers. Mir gegenüber heißt: auf der anderen Seite des Sees. Schon verrückt, dass ich heute, rund 5 Jahre nach meinem Ausstieg, hier sitze. Am Wasser, in der Natur, morgens um 9 Uhr, mit meinem Hund (der schon baden war).

Ein Blick auf das Gebäude, indem ich jahrelang mindestens 8 h meines Lebens verbrachte.

Ich habe mein Frühstück dabei und meinen Bikini, meinen Laptop ebenso wie ein gutes Buch. Bis auf ein paar Jogger abgesehen, bin ich allein. Die Sonne scheint auf den See und es ist wunderbar ruhig.

In solchen Momenten wird mir immer wieder bewusst, wie wertvoll manche Entscheidungen sein können.

Was habe ich mich damals schwer getan. Täglich geregelte 8 h Arbeit in einem klimatisierten Büro bei einem Arbeitgeber, um den mich viele beneidet haben. Strukturell vorgegebene Weiterentwicklungsmöglichkeiten, nicht zu vergessen die jährliche Weihnachts- und „yeah, wir sind die Besten“- Feier. Mein Gehalt erschien mir angemessen und die Kollegen waren nett.

Und doch…

Und doch war ich von der Frau, die morgens, vor der Arbeit, noch schnell lachend in den See sprang zu einer Arbeitsdrone geworden. Ich saß am Fenster und blickte durch das Glas in die Freiheit. Wenn es dann endlich Feierabend war, konnte ich nicht schnell genug an den Strand kommen. Nur um dort festzustellen, dass das Leben ohne mich stattfand.

Ich war von einer Lethargie erfasst, die ich heute nur noch als gruselig bezeichnen kann.

Lag es am Arbeitgeber oder der Arbeit an sich?

Möchte ich es einfach haben, sage ich Ja. Doch das ist nicht die Wahrheit. Die Wahrheit ist, ich habe mich jahrelang selbst betrogen. Ich habe mich in ein, für mich, unpassendes Korsett gepresst. Nicht meine Eltern, meine Familie, meine Umgebung, mein Chef. Ich höchstpersönlich.Es kam der Punkt, an dem ich das begriffen hatte.

Und da stand sie, die Angst vor dem Unbekannten, und grinste mir wissend ins Gesicht. „Hast du wirklich den Arsch in der Hose und änderst dein Leben?“

Sie und ich, wir glaubten beide nur so halb daran.  Und doch bin ich gegangen. Ich würde gern sagen, dass sich von da an alles zum Positiven änderte. Was natürlich glatt gelogen wäre.

Doch in Momenten wie diesem, wo ich entspannt am See sitze, wird mir bewusst, wie wertvoll, wichtig und richtig manche Entscheidungen sind. Und wieviel Mut sie mitunter erfordern. Mut, den wir alle in uns tragen.

Ich wünsche dir Mut all die Dinge zu tun, die für dich wichtig sind.

Bis Bald,
deine Antje
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Antje Scholz

ist Business- und Spiegelmentorin, Coach und Mutter von 2 Töchtern. Sie kündigte ihre klassische Vertriebskarriere und lebt das Leben, von dem sie als wildes Mädchen schon geträumt hat.

Mit ihrer Arbeit motiviert sie andere Menschen, ebenfalls den Blick in den Spiegel zu wagen und ihr volles Potential zu leben.